Entwicklung einer Prüfmaschine für die keramische Werkstoffprüfung:

Die Ermittlung keramischer Festigkeitswerte ist wegen der stark begrenzten Duktilität keramischer Werkstoffe deutlich schwieriger als bei metallischen Werkstoffen. Eine "keramikgerechte" Versuchstechnik ist daher unerläßlich. Die entwickelte Prüfmaschine für rohrförmige Probekörper erzeugt eine maximale Prüfkraft von 150 kN bei gleichzeitiger hydrostatischer Druckaufbringung von 1000 bar. Temperaturen bis 1100 °C sind möglich.

Es wurde ein spezielles, technisch einfaches Einspannsystem entwickelt, bei der die Einspannung der Keramikprobe mit Dehnungsmeßstreifen kontrolliert wird und praktisch biegemomentenfrei erfolgt. Die Probe kann mit axialem Zug, Druck und Innendruck belastet werden. Die im Versuch auftretenden Biegespannungen werden meßtechnisch erfaßt und gehen in die Versuchsauswertung ein.

Die durchgeführten Versuche zeigen, daß die Proben bei allen Belastungsarten wie erwartet unter der gewünschten Beanspruchungsart versagen. Die Biegespannungsanteile sind mit denen anderer Prüfmaschinen vergleichbar. Es ist erstmals gelungen, ein keramikgerechtes Prüfverfahren für die Ermittlung von Werkstoffkennwerten bei beliebigen ebenen Beanspruchungszuständen zu entwickeln.

 

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